Ein echter Mehrwert für Blinde und Sehbehinderte 💡
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
die Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in immer mehr Bereiche unseres Lebens, und das betrifft glücklicherweise auch unsere Hilfsmittel. Für viele von uns, die auf einen Screenreader angewiesen sind, stellt sich die Frage: Wie kann KI das Leben tatsächlich leichter machen? In unserem aktuellen Blogbeitrag, der auf der Smütech Podcast-Folge basiert, beleuchten wir, wo die KI-Unterstützung im Screenreader JAWS bereits jetzt einen enormen Mehrwert bietet und welche Grenzen es dabei aus Datenschutzgründen zu beachten gilt.
Die Entwickler von JAWS haben mit Bedacht entschieden, die KI-Funktionen genau dort zu integrieren, wo sie uns am meisten nützen, nämlich im Bereich der sprechenden Bilder und des neuen FS Companion für die Hilfestellung. Wir sind davon überzeugt: Hier macht die KI-Unterstützung im Hilfsmittelbereich absolut Sinn.
Das sprechende Bild: Bilder verstehen lernen 🖼️
Die Funktion „Sprechendes Bild“ revolutioniert, wie wir blinde und sehbehinderte Menschen visuelle Inhalte erfassen. Stellen Sie sich vor, Sie sortieren Fotos oder erhalten eine Fehlermeldung, deren Text der Screenreader nicht erfassen kann. Bislang waren wir in solchen Situationen oft auf die Hilfe sehender Personen angewiesen. Mit dem „Sprechenden Bild“ gehört das der Vergangenheit an.
Durch die Tastenkombination JAWS-Taste + Leertaste, gefolgt von P und F (für Dateien im Explorer) oder W (für das aktuelle Fenster) können Sie JAWS anweisen, ein Bild zu analysieren und dessen Inhalt zu beschreiben. Wenn die erste Analyse noch nicht präzise genug ist, kann JAWS auf Wunsch eine genauere Analyse über eine API von ChatGPT durchführen – ohne dass Sie einen eigenen Account benötigen.
Gerade bei komplexen oder abstrakten Inhalten wie etwa den Graphen einer Fritzbox-Downloadauslastung liefert die KI beeindruckende Details. Diese Informationen sind in der Fehleranalyse oder bei der Organisation von Dokumenten Gold wert und erhöhen die digitale Selbstständigkeit nachhaltig.
Sensible Daten und KI: Wo ist die Grenze? 🛑
Ein wichtiger Punkt ist die Abgrenzung zur bestehenden Optischen Zeichenerkennung (OCR):
- OCR (z. B. JAWS-Taste + Leertaste, O, A, Enter) arbeitet lokal und ist damit datenschutzkonform – ideal für sensible Dokumente.
- Das Sprechende Bild hingegen analysiert online. Deshalb dürfen Sie diese Funktion bei vertraulichen oder fremden Daten nicht einsetzen.
FS Companion: Der persönliche Chatbot für JAWS und ZoomText 🧑🏫
Der neue FS Companion (fscompanion.ai) ist ein persönlicher KI-gestützter Assistent für Fragen rund um JAWS, ZoomText und Fusion.
Er liefert präzise Lösungen, Erklärungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen auf Knopfdruck – auch per Spracheingabe. Damit wird schnelle Selbsthilfe einfacher denn je und entlastet den Support.
Für wen ist dieser Beitrag relevant?
Dieser Beitrag richtet sich an blinde und sehbehinderte Anwender von JAWS, ZoomText und Fusion, die ihre digitale Kompetenz erweitern und die neuen KI-Funktionen effektiv nutzen möchten.
FAQ zur KI-Integration
- Geht die Bildbeschreibung mit älteren JAWS-Versionen?
- Nein, die KI-Funktionen sind erst ab JAWS 2025 verfügbar.
- Brauche ich einen eigenen ChatGPT-Account?
- Nein. JAWS übernimmt die technische Anbindung.
- Ist die OCR jetzt auch online?
- Nein. Die OCR bleibt offline und datenschutzkonform.
- Hilft der FS Companion auch bei Fusion?
- Ja, der Companion unterstützt JAWS, ZoomText und Fusion.
Die Integration von KI in Hilfsmitteln wie JAWS ist ein bedeutender Schritt hin zu mehr digitaler Barrierefreiheit. Nutzen Sie diese Möglichkeiten und gewinnen Sie ein Stück mehr Selbstständigkeit.
Wenn Sie Unterstützung bei Installation, Update oder Schulung benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Seite.
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