Eine grünliche Glasflasche mit breitem Hals, aus deren Öffnung leuchtend blaue, digitale Lichtströme hervortreten. Aus dem Flaschenhals schießen gebündelte, transparente Lichtbahnen nach rechts oben, in denen helle, stilisierte Gehirn-Symbole schweben. Zwischen den Lichtbahnen sind viele vertikale und horizontale Reihen von weiß-bläulichen Programmierzeichen und Codefragmenten erkennbar, die den Eindruck von Datenströmen vermitteln. Die Flasche wirkt alt, mit einem vergilbten, leicht beschädigten Etikett, auf dem verschwommene, unleserliche Schrift angedeutet ist. Der Hintergrund ist dunkel und neblig, sodass der Kontrast die leuchtenden Datenströme und die Flasche besonders hervorhebt.

Grok AI

Grok – Wann aus dem Kräuterlikör eine scharfsinnige KI wurde

Sehr geehrte Damen und Herren,

viele von Ihnen kennen sicher noch den alten Kräuterlikör „Grock“ (mit „ck“), der in den 80er- und 90er-Jahren in so manchem Haushalt gegen Erkältungen zum Einsatz kam. Heute steht „Grok“ (mit „k“) plötzlich für etwas völlig anderes: die KI von xAI, dem Unternehmen von Elon Musk. In der aktuellen Smütech-Podcast-Folge 102 „Grok AI“ habe ich mich diesem spannenden Themenwechsel gewidmet und beleuchte, was Grok für blinde und sehbehinderte Menschen leisten kann – und wo es noch hapert.

Woher kommt der Name „Grok“ eigentlich?

Der Begriff stammt nicht aus der Likör-Tradition, sondern aus dem Science-Fiction-Roman „Stranger in a Strange Land“ von Robert A. Heinlein. Dort bedeutet „grok“ nicht nur oberflächliches Verstehen, sondern ein tiefes, intuitives Durchdringen eines Themas. xAI hat diesen Namen bewusst gewählt – die KI soll komplexe Sachverhalte wirklich „durchdringen“. Ob das gelingt, schauen wir uns genauer an.

Was unterscheidet Grok von ChatGPT, Gemini & Co.?

Grok positioniert sich bewusst anders. xAI betont: „Wir behandeln Erwachsene wie Erwachsene.“ Das bedeutet unter anderem:

  • Deutlich weniger Zensur und Bevormundung bei kontroversen Themen
  • Rollenspiele und persönliche Gespräche sind möglich – auch mit den sogenannten „Grok Companions“ (Begleitern), die teilweise sehr flirty daherkommen
  • Privater Chat-Modus, bei dem Gespräche angeblich nicht auf den Servern gespeichert werden (Stand Februar 2026)

Dazu kommt ein expliziter Kindermodus, um jüngere Nutzer besser zu schützen. Datenschutz wird hier zumindest auf den ersten Blick ernster genommen als bei manchen Mitbewerbern.

Barrierefreiheit – Stärken und Schwächen

Gerade für uns blinde und sehbehinderte Menschen ist die Bedienbarkeit entscheidend. Hier zeigt Grok Licht und Schatten:

Positiv:

  • Die Grok-App (iOS/Android) lässt sich im Sprachmodus starten – sehr praktisch!
  • VoiceOver-Probleme wie bei der ChatGPT-App (ständiges „Generieren…“-Hängen) treten deutlich seltener auf
  • Audio-Modus und Kamera-Funktion („Schau mal auf meinen Thermostat“) funktionieren solide

Verbesserungswürdig:

  • Hochgeladene Dateien löschen geht nur am Windows-PC mit virtuellem Cursor – sehr umständlich
  • Im Browser (grok.com) fehlen oft klare Überschriften; die Navigation mit JAWS oder NVDA erfordert mehr Schritte als bei ChatGPT
  • Automatisches Vorlesen neuer Antworten fehlt häufig – man muss manuell hinspringen

Wer regelmäßig PDFs oder gescannte Dokumente analysieren lassen möchte, bleibt besser bei ChatGPT oder Gemini, da diese bei Grok im Nachgang wieder mühsam und manuell gelöscht werden müssen.

Recherche, Bildgenerierung und Kosten

Grok glänzt bei gezielter Recherche – besonders wenn es um aktuelle Themen geht. Die Antworten sind oft ausführlich und aktuell, allerdings neigt die KI mitunter zu einer eigenen Meinung, die man dann korrigieren muss. Quellen nennt sie nur auf explizite Aufforderung.

Bildgenerierung (über „Imagine“) funktioniert gut, die Ergebnisse wirken oft realistischer als bei manchen Konkurrenten, sind aber kleiner und weniger hochauflösend.

Der Preis für den vollen Zugriff (SuperGrok-Abo) liegt Stand Februar 2026 bei etwa 30 USD/Monat – deutlich mehr als ChatGPT Plus oder Gemini Advanced. Dafür erhält man Grok 4.1 (bzw. neuste Version), höhere Limits und Zugriff auf Companions & Co. Es gibt eine kostenlose Basisversion mit begrenzter Nutzung pro Zeitintervall.

Für wen lohnt sich Grok?

Grok ist besonders interessant für Menschen, die:

  • weniger bevormundende Antworten wünschen
  • gerne mal kontroverse oder sehr persönliche Themen besprechen möchten
  • die iPhone-App schätzen und den Sprachstart-Modus nutzen wollen
  • einen zweiten oder dritten KI-Begleiter neben ChatGPT/Gemini suchen

Wer hauptsächlich Dokumente analysiert oder maximale Barrierefreiheit im Browser braucht, sollte vorerst bei den etablierten Alternativen bleiben.

FAQ – Häufige Fragen zu Grok

Gibt es eine kostenlose Testversion?
Ja, die Basisversion ist kostenlos, allerdings mit begrenzter Anzahl an Nachrichten pro Zeitintervall (meist alle paar Stunden erneuert). SuperGrok kann monatlich getestet und gekündigt werden.

Wie aktuell sind die Informationen von Grok?
Sehr aktuell – dank Echtzeit-Zugriff auf X und Web-Suche. Allerdings sollte man kontroverse Aussagen immer kritisch prüfen.

Funktioniert Grok gut mit Screenreadern?
Grundsätzlich ja, vor allem in der App. Im Browser gibt es noch Optimierungsbedarf bei der Navigation und beim automatischen Vorlesen.

Sind die Grok Companions nur Spielerei?
Nicht nur. Für Menschen, die wenig soziale Kontakte haben, können solche Gespräche echte emotionale Unterstützung bieten – auch wenn es „nur“ eine Maschine ist.

Wenn Sie neugierig geworden sind, hören Sie gerne in die vollständige Podcast-Folge 102 „Grok AI“ hinein. Ich freue mich auf Ihren Erfahrungsaustausch per E-Mail an info@schulze-graben.de oder WhatsApp unter 0823 250 31 303.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Joachim Schulze