Mein Arbeitsalltag mit KI als blinder Unternehmer: Was mir wirklich hilft
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
über KI Arbeitsalltag blind werde ich oft gefragt: Was bringt künstliche Intelligenz einem blinden Unternehmer konkret, und wo bleiben Datenschutz und Kontrolle? In Folge 137 „Mein KI-Arbeitstag“ meines Podcasts Smütech zeige ich meinen echten Arbeitstag – von lokaler KI auf dem Acer Nitro Laptop über Social-Media-Bots bis zur barrierefreien Web-App für meinen Saugroboter. Die KI begleitet mich; bestimmen tue ich weiterhin selbst.
Das Wichtigste in Kürze
- Kundendaten und Schulungsmitschnitte gehören nur in lokale KI, nie in eine Cloud-KI außerhalb des Rechners.
- KI-Bots bereiten Beiträge und Shorts vor, sprechen mit meinem Stimmklon – die Endkontrolle behalte ich.
- Ein täglicher KI-News-Digest liefert brauchbare Infos schneller als manuelle Recherche.
- Nach einem Dreame-Home-Update hat mein Programmieragent die barrierefreie Python-Web-App „Dreame-Steuerung“ Samstagnachmittag in gut einer Stunde gebaut; ich habe sie mit JAWS vorgeführt.
- Ein großes KI-Abo kostet im Schnitt rund 200 € im Monat und ersetzt mir zwei Vollzeitkräfte an Routinetätigkeit.
Stand: 05.11.2026
Warum begleitet KI meinen Arbeitstag – und bestimmt ihn nicht?
Ich bin selbst blind und arbeite als IT-Trainer und Unternehmer mit blinden und sehbehinderten Kundinnen und Kunden. KI ersetzt mir inzwischen zwei Vollzeitarbeitskräfte an repetitiven Aufgaben. Trotzdem gilt: Wer die KI führt, muss der Mensch bleiben. Privat und bei Firmendaten ohne Personenbezug entscheide ich selbst, wie viel ich teile. Sobald Kundendaten im Spiel sind – etwa Mitschnitte Ihrer Schulungen – haben diese bei einer KI außerhalb meines Rechners nichts verloren. Das ist DSGVO-Pflicht und Haltung zugleich.
Wo die Grenzen liegen, beschreibe ich in KI Grenzen für Blinde: Was geht, was nicht.
Wie arbeite ich mit lokaler KI statt Cloud-Transkription?
Früher ließen Assistenzkräfte Audio-Mitschnitte von Gruppenschulungen abschreiben; bei einer dreitägigen Schulung konnte das einen ganzen Tag kosten. Heute laufen Verschriftlichung und Zusammenfassung lokal auf meinem Acer Nitro Laptop: Die Grafikkarte trägt eine lokale KI, kein Datenpaket verlässt den Rechner. Vom Mitschnitt bis zum Skript dauert das meist nicht länger als eine halbe Stunde – DSGVO-konform.
Cloud-Dienste, die in wenigen Minuten transkribieren, nutze ich für solche Aufnahmen bewusst nicht. Die gesparte Zeit geht in Beratung: Wenn jemand aufs Smartphone umsteigen muss, weil Banking per Telefon wegfällt, kann ich mir eine halbe Stunde nehmen. Wer ein solches Erstgespräch gut fand, kann auf meiner Seite unter Freiwillige Unterstützung einen Betrag hinterlassen und erhält eine Rechnung mit Umsatzsteuer.
Wie übernehmen KI-Bots Social Media – ohne die Kontrolle zu verlieren?
Social Networking hat früher gut 20 Prozent meiner rund 40-Stunden-Woche gefressen: Beiträge für Facebook, Shorts und Reels für YouTube und Instagram, Ton nachbearbeiten, hochladen, Suchmaschinenoptimierung. Früher filmte ich mich mit dem iPhone am Stativ und brachte den Ton unter anderem mit zEdit in Form. Heute bereiten KI-Bots Text und Shorts vor und sprechen sie mit einem professionellen Stimmklon von mir ein.
Bevor produziert wird, lese ich den Text und prüfe Quellen sowie SEO-Empfehlungen. Hochladen tue ich selbst. Die Bots könnten das theoretisch auch – ich lasse es nicht zu, weil ich sehen will, was an Sie hinausgeht. Es geht um hochwertige, authentische Informationen, nicht um Menge. In den letzten zwei Monaten spüre ich diese Entlastung deutlich.
Modelle und Recherchewege vergleichen Sie in ChatGPT vs Gemini und in Grok AI für Blinde.
Was bringt mir der KI-News-Digest jeden Morgen?
Jeden Morgen stellt ein KI-Bot einen News-Digest zu künstlicher Intelligenz der letzten 24 Stunden zusammen. Daraus entstehen schnelle Hinweise: etwa das BBC-Interview mit Ian Torrie zu Be My Eyes und der Ray-Ban-Meta-Brille oder der Hinweis, dass die Windows-11-Startmenü-Suche wieder ordentlich vorlesen soll. Den Fehler habe ich in Windows 11 Startmenü und Screenreader beschrieben. Manuell wären solche Infos oft später gekommen.
Wenn Sie ähnliche Abläufe automatisieren wollen, berate ich Sie für 36 Euro je angefangene 30 Minuten, immer datenschutzkonform. Bei Kundendaten scheiden Cloud-Agenten bei mir meist noch aus; lokal oder ohne Personenbezug sieht das anders aus. Die Oberfläche meiner eigenen Bots zeige ich im großen Kreis nicht – darin stecken auch meine Daten.
Warum brauche ich nach dem Dreame-Update eine eigene Web-App?
Die App Dreame Home für meinen Saug- und Wischroboter Dreame X40 Ultra Complete war nie perfekt, aber Start, Stopp, Station und Schnellbefehle ließen sich mit VoiceOver meist bedienen. Ein Wochenend-Update hat die Schnellbefehle als unbeschriftete Grafik-Applets auf den Startbildschirm gelegt – VoiceOver ignoriert sie auf dem iPhone komplett. Grundlagen zu Geräten finden Sie unter barrierefreie Haushaltsgeräte.
Am Samstagnachmittag habe ich mit meinem Programmieragenten in gut einer Stunde die lokale Python-Web-App „Dreame-Steuerung“ gebaut. Sie steuert etwa 80 Prozent der Funktionen, ohne dass ich mich auf die Hersteller-App verlassen muss. Live mit JAWS zeigte ich: Zum-Inhalt-springen-Link und Regionen (Buchstabe R), Überschriften für Status und Befehle, Statusliste mit Zustand, Akku und Fehlern, Kontrollfelder für Räume, Auswahlschalter für Reinigungsarten inklusive „Erst saugen, dann wischen“ (in der Dreame-App nur grafisch) sowie Ausklapplisten für Saugstärke, Wischfeuchte und Durchgänge statt unzuverlässiger Slider unter VoiceOver.
Die App läuft lokal, ist mit PIN gesichert und vom iPhone im WLAN erreichbar – unterwegs über VPN, solange der Rechner läuft. Für die Anbindung nutzte ich ein frei verfügbares Projekt; mein Bot hat dabei eine Sicherheitslücke geschlossen. Bei einem Saugroboter kann ich die Folgen abschätzen – bei anderer Software nicht blind. Die Regel bleibt: Die KI kann viel, aber Sie müssen sie führen können.
Was kostete Software früher – und was kostet KI heute?
Der JCS Rechnungsmanager entstand 2017/2018 für blinde Kleinunternehmer. Die Grundversion kostete damals 2.400 Euro Entwicklung – bei 40 Euro die Stunde rund 60 Arbeitsstunden. 2023 habe ich das Produkt eingestellt: zu wenig Nachfrage und steigende Anforderungen. Heute käme Vergleichbares mit KI-Bot in maximal drei bis vier Stunden zustande. Ein großes KI-Abo mit solchen Bots kostet im Schnitt rund 200 Euro im Monat – für dasselbe Geld wie damals die Grundversion also zwölf Monate Programmierarbeit. Genau das gibt mir wieder Zeit für Schulungen und digitale Kompetenz statt für Social Media und langwierige Recherche.
Für wen ist das?
Dieser Beitrag richtet sich an blinde und sehbehinderte Menschen, die KI im Arbeitsalltag selbstbestimmt nutzen wollen – mit klarem Blick auf lokale Verarbeitung, Endkontrolle und Barrierefreiheit. Er hilft auch Angehörigen, Assistenzkräften sowie Trainerinnen und Trainern. Und er spricht Unternehmerinnen und Unternehmer an, die Automatisierung prüfen und Kundendaten schützen wollen.
FAQ
Was bedeutet KI Arbeitsalltag blind in der Praxis?
Lokale Transkription von Schulungsmitschnitten, vorbereitete Social-Media-Beiträge und Shorts mit Stimmklon, täglicher News-Digest und eigene barrierefreie Hilfs-Apps – immer mit menschlicher Endkontrolle und ohne Kundendaten in der Cloud-KI.
Dürfen Kundendaten in ChatGPT oder ähnliche Cloud-KIs?
Bei mir nicht. Mitschnitte und personenbezogene Kundendaten verarbeite ich nur lokal. Cloud-KI bleibt für Inhalte ohne diesen Bezug oder für klar abgegrenzte private Entscheidungen.
Ersetzen KI-Bots mich bei Facebook, Instagram und YouTube?
Nein. Sie übernehmen Vorbereitung und Einsprechen; Text, Quellen und Upload prüfe bzw. mache ich selbst.
Was ist an der Dreame Home App nach dem Update kaputt?
Schnellbefehle liegen als unbeschriftete Grafik-Applets auf dem Startbildschirm; VoiceOver ignoriert sie. Meine Web-App „Dreame-Steuerung“ ersetzt den Großteil der Bedienung mit Regionen, Überschriften, Kontrollfeldern und Ausklapplisten.
Was kostet Beratung zur KI-Automatisierung bei Schulze IT?
36 Euro je angefangene 30 Minuten, datenschutzkonform. Bei Kundendaten meist lokal oder ohne Cloud-Agenten.
Lohnt sich ein KI-Abo gegenüber klassischer Programmierung?
Für viele Routinen ja: Was früher 60 Stunden und 2.400 Euro kostete, entsteht mit Bot oft in wenigen Stunden. Ein großes Abo liegt im Schnitt bei etwa 200 Euro im Monat – Führung und Verantwortung bleiben bei Ihnen.
Fazit
Mein KI Arbeitsalltag blind zeigt: Lokale KI schützt Kundendaten, Bots entlasten bei Social Media und Recherche, und barrierefreies Programmieren mit Agenten kann Hersteller-Apps dort ersetzen, wo VoiceOver scheitert. Zwei Vollzeitkräfte an Routine sind real – solange der Mensch die KI führt.
Alle Details und die JAWS-Live-Demo hören Sie in Folge 137 „Mein KI-Arbeitstag“.
Wenn Sie unsicher sind, welche Automatisierung zu Ihnen passt oder wie Sie lokale KI und Datenschutz sauber einrichten, packe ich das gern gemeinsam mit Ihnen an. Alle Möglichkeiten finden Sie unter Schulung und Fernwartung.
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Bis Bald!
Ihr Joachim „Jockl“ Schulze
